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Thursday, 05 December 2024 11:33

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Herausragende Leistungen

Tuesday, 29 October 2024 09:33

Beeindruckende Arbeiten junger Forschender zeichneten die Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) und ihre Partner bei der Jahrestagung in Graz aus. Die Bandbreite der Themen reichte von der Krebsforschung bis zur Eindämmung des Klimawandels.

Auch heuer vergab die Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) wieder ihre Life Scien-ces Research und PhD Awards Austria für herausragende Leistungen junger Forschender. Die 21-köpfige Jury hatte die schwere Aufgabe, aus den überwiegend sehr hochwertigen Einreichungen die besten Arbeiten zu prämieren. Die Life Sciences Research Awards Austria sind mit insgesamt 9.000 Euro dotiert und werden in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) verliehen. Den Preis in der Kategorie „Grundlagenforschung“ (Basic Science) erhielt Chiara Maria Herzog vom European Translational Oncology Prevention and Screening Institute (EUTOPS) der Universität Innsbruck. Sie befasste sich mit den Effekten von Zigarettenrauch auf epigenetische Modifikationen, also Veränderungen der DNA, die durch Umweltfaktoren ausgelöst werden. In einer Arbeit, die im Fachjournal „Cancer Research“ veröffentlicht wurde, konnte Herzog zeigen, dass einige dieser epigenetischen Veränderungen nicht nur bei Rauchern, sondern auch bei E-Zigaretten-Nutzern und der Krebsentstehung auftreten und damit als prognostisches Merkmal für Lungenkrebs dienen können. Diese Erkenntnis unterstreicht die Bedeutung ihrer Forschung für die Bewertung der Risiken neuer Nikotinprodukte. Die Wissenschaftlerin absolvierte ihre Ausbildung in Neurowissenschaften und Molekularmedizin an der Universität von Edinburgh (Schottland) und an der Medi-zinischen Universität Innsbruck. Neben ihrer Arbeit am EUTOPS ist sie am Institute for Women’s Health (University College London) tätig.

Mikroben im Untergrund

In der Kategorie „Angewandte Forschung“ (Applied Research) ging der Preis an Cathrine Hellerschmied vom Institut für Umweltbiotechnologie (IFA-Tulln) der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien. Hellerschmied arbeitete im Rahmen ihres Masterstudiums am Projekt „Underground Sun Conversion“ der Rohöl-Aufsuchungsgesellschaft (RAG) mit. Dabei ging es um die Speicherung elektrolytisch aus Wasser gewonnenen („grünen“) Wasserstoffs in unterirdischen Gesteinsformationen. Hellerschmied untersuchte den Stoffwechsel in den Formationen vorkommender Mikro organismen und dessen Auswirkungen auf den eingespeicherten Wasserstoff. Gemeinsam mit ihren Kollegen konnte sie zeigen, dass die großtechnische und dauerhafte unterirdische Speicherung von Wasserstoff möglich ist. Entsprechende Technologien sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer kohlenstoffneutralen und nachhaltigen Wirtschaft.Hellerschmied absolvierte das Studium der Medizinischen und Pharmazeutischen Biotechnologie an der BOKU. Derzeit ist sie mit ihrer PhD-Ausbildung am Center of Microbiology and Environmental Systems Science (CeMESS) der Universität Wien befasst.

Erkrankungen früh erkennen

Der Life Sciences Research Award Austria in der Kategorie „Excellence and Societal Impact“ schließlich wurde Elma Dervic vom Complexity Science Hub Wien verliehen. Sie hat modernste Computerverfahren entwickelt und auf umfangreiche Gesundheitsdaten (44 Millionen Datensätze) angewandt, um Krankheitsverläufe der österreichischen Bevölkerung über mehr als 15 Jahre zu analysieren. Dabei ist es ihr gelungen, frühe Anzeichen, die auf eine bevorstehende Erkrankung hinweisen, zu identifizieren. Laut den Jury-Vorsitzenden Lukas Mach und Joachim Seipelt besteht der besondere gesellschaftliche Nutzen der Arbeit Dervics „in einem verbesserten Verständnis der langfristigen Entwicklung von Krankheiten. Diese Forschung ermöglicht die Entwicklung gezielter Prognose- und Interventionsmaßnahmen, die früh ansetzen. Dadurch können Krankheitsverläufe positiv beeinflusst werden und die Gesundheitsversorgung insgesamt optimiert werden“. Dervic absolvierte ein Masterstudium als Elektroingenieurin an der Universität von Montenegro in Podgorica. Ihren Doktorgrad erwarb sie an der MedUni Wien.

Zellulärer Exportkomplex

Ferner verlieh die ÖGMBT gemeinsam mit der THP Medical Products und der Polymun Scientific die Life Sciences PhD-Awards Austria in den Kategorien „Grundlagenforschung“ und „Angewandte Forschung“. Sie sind mit jeweils 1.500 Euro dotiert. Den Preis in der Kategorie „Grundlagenforschung“ erhielt Francis Belén Pacheco-Fiallos vom Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien. Sie beschäftigte sich in ihrer Dissertation mit dem Titel „Nuclear mRNA recognition and packaging by the Transcription and Export complex“ mit dem Transkriptions- und Exportkomplex (TREX) der Zellen von Eukaryoten, also Menschen, Tieren, Pflanzen und Pilzen. Dabei gelang es ihr laut der Juryvorsitzenden dieser Kategorie, Viktoria Weber, eine hochauflösende Strukturaufklärung eines Teils des menschlichen TREX-Komplexes durchzuführen sowie „strukturelle Einblicke in die durch TREX vermittelte mRNP-Erkennung zu gewinnen“. Diese Erkenntnisse tragen dazu bei, das Verständnis der mRNA als kompakte Struktur neu zu definieren. Überdies lassen sie sich zur Entwicklung gezielter Gentherapien und RNA-basierter Behandlungen für eine Reihe von Krankheiten nutzen. Nicht zuletzt können mRNAs mit verbesserter Stabilität entwickelt werden. Dies ist vor allem für die Herstellung wirksamerer mRNA-Impfstoffe wesentlich. Laut der ÖGMBT zeichnet sich die Arbeit der Wissenschaftlerin „durch einen exzellenten wissenschaftlichen Zugang und durch methodische Innovation aus und besitzt das Potenzial, sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der Anwendung bedeutende Fortschritte zu erzielen“. Pacheco-Fiallos ist gebürtige Nicaraguanerin. Ihr PhD-Studium absolvierte sie am IMP bei Clemens Plaschka. Zurzeit ist sie dort in der Arbeitsgruppe von Alejandro Burga tätig.

Hefe gegen Klimawandel

Der PhD-Award in der Kategorie „Angewandte Forschung“ ging an Michael Baumschabl von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und dem Austria Center of Industrial Biotechnology ACIB. Seine Forschungsarbeit mit dem Titel „Increasing efficiency of CO2 assimilation in synthetic autotrophic Komagataella phaffii“ ist laut ÖGMBT ein „Meilenstein in der Bekämpfung des Klimawandels“. Mithilfe genetischer Veränderungen einer Hefeart, konkret der Optimierung von Schlüsselenzymen im Calvin-Benson-Bassham-Zyklus, und der Integration heterologer Gene, entwickelte Baumschabl ein Verfahren zur Produktion von Milchsäure als Grundlage für umweltfreundliche Biokunststoffe aus CO2 in der Atmosphäre. Als besonders bemerkenswert bezeichnet die ÖGMBT „die Identifizierung und Charakterisie-rung eines Phosphoglykolat-Recyclingwegs in der Hefe. Dieser Mechanismus ist entscheidend für die Stabilität und Effizienz des CO2-Fixierungsprozesses und eröffnet neue Möglichkeiten zur weiteren Optimierung des so nützlichen Prozesses“. Baumschabls Arbeiten könnten die Entwicklung nachhaltiger Produktionsverfahren für eine Vielzahl von umweltfreundlichen Produkten aus atmosphärischem CO2 beschleunigen. Darunter sind Biokunststoffe und Biokraftstoffe ebenso wie pharmazeutische Wirkstoffe. „Die interdisziplinäre Natur dieser Arbeit sowie die Verbindung von Mikrobiologie, Biotechnologie und Grundlagenforschung unterstreicht die Relevanz für die großen Herausforderungen unserer Zeit. Mit seiner innovativen Forschung hat Michael Baumschabl einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigen Bioökonomie geleistet“, heißt es seitens des Juryvorsitzenden Thomas Caspari. Baumschabl absolvierte das Masterstudium sowie seine PhD-Ausbildung der Biotechnologie an der BOKU. Nach einer Tätigkeit im Forschungs- und Innovationszentrum der Agrana kehrte er an die BOKU sowie das ACIB zurück.

Wichtig für den Wohlstand

Verliehen wurden die Preise im Rahmen des ÖGMBT-Jahreskongresses, der heuer im neuen Gebäude der Grazer Universitätsbibliothek neben dem Areal der Fakultät für Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, dem „ReSoWi-Komplex“, stattfand. Der Hörsaal der Biblithek ist einer breiteren Öffentlichkeit von den Fernseh-Auftritten der „Science Busters“ bekannt. Die drei Life Sciences Research Awards wurden auch 2024 wieder vom Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft gesponsert. Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher: „Die Life Sciences Research Awards fördern junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – eine Initiative, die dazu beiträgt, den Forschungsstandort Österreich weiter auszubauen. Denn Forschung und Entwicklung sind Schlüsselfaktoren für Österreich im internationalen Wettbewerb und tragen dazu bei, hochwertige Arbeitsplätze zu sichern und zu generieren. Mit einer vo raussichtlichen Forschungsquote von 3,34 Prozent, also dem Anteil der For-schungs- und Entwicklungsausgaben am nominellen Bruttoinlandsprodukt, ist Österreich auf einem guten Weg Platz eins in Europa zu werden und als Forschungsnation zu den vier Innovationsleadern aufzusteigen.“

www.oegmbt.at/awards/research-award
www.oegmbt.at/awards/phd-award

Published in Chemiereport 06/2024

Künstliche Intelligenz für Life Sciences

Friday, 04 October 2024 07:44

Verfahren wie Datenanalysen und maschinelles Lernen spielen in den Life Sciences schon seit längerer Zeit eine wesentliche Rolle, gerade auch in Österreich. Nicht zuletzt die Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) arbeitet an der Vernetzung der einschlägigen Aktivitäten.

 

Bereits seit etwa einem Jahrzehnt sind Bioinformatik und Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) ein zentrales Thema in der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT). Und der Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung der einschlägig aktiven Mitglieder, berichtet Thomas Rattei, der Stellvertretende Leiter des Departments für Mikrobiologie und Ökosystemforschung der Universität Wien, der im ÖGMBT-Vorstand für die Thematik zuständig ist. Rattei zufolge bemüht sich die ÖGMBT nicht zuletzt um den Austausch zwischen den Wissenschaftlern, die Methoden der AI entwickeln, und denen, die diese auf Forschungsfragen und Forschungsfelder anwenden. „Wir wollen als ÖGMBT Datenanalyse, maschinelles Lernen und andere Verfahren der AI in unserer Arbeit integrieren“, erläutert Rattei. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich die ÖGMBT bereits vor geraumer Zeit als eine der ersten österreichischen Forschungsgesellschaften der Thematik verschrieb. Ratteis eigene Forschungsgruppe etwa nutzt Methoden des maschinellen Lernens unter anderem, um Parameter für Vorhersagemodelle zu entwickeln und in der Folge Vorhersagen durchzuführen, nicht zuletzt, was den Phänotypus von Mikroorganismen oder das Zusammenwirken von Mikrobengemeinschaften betrifft. Bei sekretierten Proteinen werden Eigenschaften – im Bereich der AI als Features bezeichnet – erfasst, etwa die Häufigkeit von Aminosäuren sowie die Art der Faltung. Nützlich ist dies beispielsweise, um zu ermitteln, ob es sich bei einem im Abwasser aufgefundenen Mikroorganismus um einen neuen Krankheitserreger handelt, der das Gesundheitssystem vor Herausforderungen stellen könnte. Mit quantitativen Analysen wiederum befasst sich Nikolaus Fortelny, Zweigstellenleiter Nord und Vorstandsmitglied der ÖGMBT, der eine Arbeitsgruppe im Fachbereich Biowissenschaften der Paris-Lodron-Universität Salzburg leitet. Er und seine Kollegen ermitteln beispielsweise, wie viel RNA eines bestimmten Gens eine Zelle enthält, und versuchen, vom RNA-Level auf den Gehalt eines Proteins zu schließen. Auf diese Weise ist es möglich festzustellen, ob ein Patient an Krebs erkrankt ist, um welche Krebsart es sich handelt und wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Besondere Bedeutung legt Fortelny auf die Interpretierbarkeit der verwendeten Methoden der AI. Ihm zufolge nutzen die in der Molekularbiologie eingesetzten AI-Modelle sehr viele Parameter: „Deshalb ist es oft schwierig zu sagen, was ein Ergebnis, das uns die AI liefert, bedeutet. Aber wenn die AI etwas lernt, sollten wir auch verstehen, wie dieses Lernen funktioniert.“ Das sei nicht zuletzt eine Frage der Glaubwürdigkeit und Vertrauenswürdigkeit des mit A1 arbeitenden wissenschaftlichen Handelns.

Möglichkeiten und Grenzen

Eine Problematik, auf die auch Rattei hinweist. Letzten Endes gehe es um die Anwendbarkeit von Systemen der AI: „Da hilft natürlich, wenn erklärbar ist, was ein System leisten kann und was nicht.“ Nütz-lich sei stets, zwischen „Fleiß“ und „Intelligenz“ zu unterscheiden. Die AI, die mit ungeheuren Datenmengen arbeite, bringe einen „Fleiß“ auf, der den Arbeitseifer jedes Menschen zwangsläufig übersteige. Und das habe durchaus erhebliche Bedeutung im Zuge wissenschaftlicher Tätigkeit. Denn AI könne menschliche Forscher von Routinearbeiten entlasten und damit Ressourcen „für schöpferische Tätigkeiten, für die sie nach meinem Verständnis nicht geeignet ist“ frei machen. Es sei kaum vorstellbar, dass eine einschlägige Software „Alexander Fleming bei der Entwicklung des Penicillins hätte ersetzen können“. Denn sie agiere zumindest bis dato grundsätzlich innerhalb vorgegebener Regeln. Wissenschaft jedoch beschäftige sich „eben mit Bereichen, wo wir die Regeln noch nicht kennen“. Laut Fortelny besteht der „klassische“ Ansatz bei der Anwendung von AI-Programmen darin zu ermitteln, welche davon mit vielen Beispielen als Datengrundlage besser funktionieren. Der Mensch dagegen sei in der Lage, anhand weniger Beispiele Hypothesen über mögliche Zusammenhänge zu bilden – wie dies etwa Fleming bei der Entwicklung des Penicillins getan habe. Wie lange es dauern wird, bis AI über diese Art von Intelligenz verfügt und ob dies jemals der Fall sein wird, ist Fortelny zufolge kaum absehbar.

Daten-„ELIXIR“ für AI

Weil aber AI in ihren derzeitigen Formen für ihr Funktionieren auf große Datenmengen angewiesen ist, gewinnt gerade auch in der medizinischen Mikrobiologie der Austausch klinischer Daten und die dafür erforderliche Infrastruktur immer mehr an Bedeutung, betont Rattei: „Wenn jeder seine Daten in seinem Schreibtisch einsperrt, werden wir in Österreich nie zu einer vernünftigen AI kommen.“ Wichtig auf europäischer Ebene ist in dieser Hinsicht ELIXIR, eine von den Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten getragene Organisation, die Ressourcen im Bereich Life Sciences letztlich in einer einzigen Infrastruktur vernetzen soll. Österreich hat laut Rattei seit April vergangenen Jahres Beobachterstatus bei ELIXIR. Der Vollbeitritt ist für kommendes Jahr geplant. Ein wesentliches Thema bei der Datennutzung ist stets der Datenschutz. Genehmigt ein Patient die Verwendung seiner Daten für einen bestimmten Forschungszweck, dürfen diese nicht für andere Zwecke eingesetzt werden. Rattei zufolge ist das „kein Problem, sondern einfach eine der Randbedingungen, mit denen wir arbeiten“. Es gelte, Infrastrukturen zu schaffen, die die Einhaltung der datenschutzrechtli-chen Bestimmungen gewährleisten: „Sonst werden wir nie die Zustimmung der Patienten bekommen.“

Linz als „Leuchtturm“

Wie Rattei und Fortelny betonen, ist Österreich hinsichtlich Künstlicher Intelligenz im Bereich der Life Sciences im internationalen Vergleich gut positioniert. Als „Leuchtturm“ der Forschung und Entwicklung im Bereich AI gilt die Johannes-Kepler-Universität Linz. Dort entwickeln Forscher wie Günter Klambauer und Sepp Hochreiter Software, die von Biowissenschaftlern wie Rattei und Fortelny genutzt wird. Im Rahmen der „Artificial Intelligence in Life Sciences Group“ (AILS) entwickelten Hochreiter, Klambauer und ihre Kollegen unter anderem den CN.MOPS-Algorithmus, der in der Lage ist, Variationen in Genomen zu erkennen.

www.oegmbt.at
 https://elixir-europe.org
 https://www.jku.at/en/lit-artificial-intelligence-lab/
https://www.jku.at/en/institute-for-machine-learning/

 Published in Chemiereport 05/2024

The FEMSmicro Monthly: September

Friday, 27 September 2024 09:51

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„Meilenstein in Bekämpfung des Klimawandels“, DNA-Veränderungen durch E-Zigaretten, Speichern von überschüssigem Strom und Krankheitsverläufe von der Wiege bis zur Bahre - Life Sciences Research Awards Austria 2024 vergeben
 

Wien, 18. September 2024 – Für ihre international herausragenden Arbeiten sind am Dienstag in Graz fünf junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet worden: Die Life Sciences Research Awards Austria 2024 der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) gingen an Chiara Herzog von der Universität Innsbruck, Cathrine Hellerschmied (IFA Tulln) und Elma Dervic (MedUni Wien). Die Life Sciences PHD Awards Austria 2024 gingen an Francis Belén Pacheco Fiallos (IMP) und Michael Baumschabl (BOKU).


In der Kategorie Grundlagenforschung ging der Life Science Research Award 2024 an Chiara Herzog von der Universität Innsbruck (EUTOPS).

 

Zigaretten und E-Zigaretten verursachen DNA-Veränderungen

Zigarettenrauchen und E-Zigarettenkonsum induzieren gemeinsame DNA-Methylierungsveränderungen, die mit der Krebsentstehung verbunden sind. Das ist das Ergebnis der Forschungsarbeit von Herzog. Der Konsum ruft tiefgreifende epigenetische Veränderungen hervor, von denen angenommen wird, dass sie mit einem langfristigen Krebsrisiko verbunden sind.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38503267/


Speichern von überschüssigem Strom

Für anwendungsorientierte Forschung erhielt Cathrine Hellerschmied die Auszeichnung. Sie forscht am Institut für Umweltbiotechnologie, IFA-Tulln, Universität für Bodenkultur. Ihre Arbeit "Hydrogen storage and geo-methanation in a depleted underground hydrocarbon reservoir" wurde in der führenden Fachzeitschrift Nature Energy publiziert.

Sie beschreibt die Entwicklung eines Verfahrens, das die Speicherung von Wasserstoff in erschöpften Erdgaslagerstätten mit der Produktion von Wasserstoff aus überschüssigem Strom aus erneuerbaren Ressourcen kombiniert. Sie konnte zeigen, dass eine langfristige Speicherung von Wasserstoff möglich ist. Diese neue Technologie stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer kohlenstoffneutralen und nachhaltigen Wirtschaft dar.

https://www.nature.com/articles/s41560-024-01458-1

 

Krankheitsverläufe von der Wiege bis zur Bahre

Die Forscherin Elma Dervic von der MedUni Wien hat modernste Computerverfahren entwickelt, um Krankheitsverläufe der österreichischen Bevölkerung über mehr als 15 Jahre zu analysieren. Dazu hat sie umfangreiche Gesundheitsdaten (44 Millionen Datensätze) angewandt. Dabei ist es ihr gelungen, frühe Anzeichen, die auf eine bevorstehende Erkrankung hinweisen, zu identifizieren.

„Der besondere gesellschaftliche Nutzen besteht in einem verbesserten Verständnis der langfristigen Entwicklung von Krankheiten. Diese Forschung ermöglicht die Entwicklung gezielter Prognose- und Interventionsmaßnahmen, die früh ansetzen. Dadurch können Krankheitsverläufe positiv beeinflusst werden und die Gesundheitsversorgung insgesamt optimiert werden“, lautet die Begründung der Jury.

https://www.nature.com/articles/s41746-024-01015-w

 

Nachwuchs-Forschungspreise: Meilenstein gegen Klimawandel

Francis Belén Pacheco Fiallos vom IMP (Research Institute of Molecular Pathology, Wien) erhielt den PhD Award in der Kategorie Grundlagenforschung für die Arbeit zum Export von Boten-RNA aus dem Zellkern.

„Diese Arbeit zeichnet sich durch einen exzellenten wissenschaftlichen Zugang und durch methodische Innovation aus und besitzt das Potenzial, sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der Anwendung bedeutende Fortschritte zu erzielen“, meinte die Jury.

https://www.nature.com/articles/s41586-023-05904-0


In der Kategorie Angewandte Forschung geht der Preis an Michael Baumschabl von der BOKU Wien. Er erforschte, wie aus dünner Luft Biokunststoff wird – die Jury spricht von einem „Meilenstein in der Bekämpfung des Klimawandels“. Indem er eine Hefeart genetisch so modifiziert hat, dass sie Kohlendioxid in wertvolle Produkte umwandelt, habe Baumschabl eine Tür zu einer nachhaltigeren Zukunft aufgestoßen.

https://forschung.boku.ac.at/en/publications/184405

 

Die drei Life Sciences Research Awards wurden auch 2024 wieder vom Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft gesponsert. Arbeits- und Wirtschaftsminister Univ.-Prof. Dr. Martin Kocher: Die Life Sciences Research Awards fördern junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – eine Initiative, die dazu beiträgt, den Forschungsstandort Österreich weiter auszubauen. Denn Forschung und Entwicklung sind Schlüsselfaktoren für Österreich im internationalen Wettbewerb und tragen dazu bei, hochwertige Arbeitsplätze zu sichern und zu generieren. Mit einer voraussichtlichen Forschungsquote von 3,34 Prozent, also dem Anteil der Forschungs- und Entwicklungsausgaben am nominellen Bruttoinlandsprodukt, ist Österreich auf einem guten Weg Platz 1 in Europa zu werden und als Forschungsnation zu den vier Innovationsleader aufzusteigen.“

 
ÖGMBT-Jahrestagung ist Österreichs bedeutendster Life-Sciences-Event

 

Die ÖGMBT repräsentiert 1.300 in den Life Sciences tätige Personen und Studierende sowie 90 Unternehmen und Institutionen. ÖGMBT-Präsidentin Univ.-Prof. Dr. Viktoria Weber bei der Jahresversammlung, die diesmal in Graz stattfand: „Einmal mehr zeigen die Life Sciences Research Awards Austria das hohe internationale Niveau der Forscherinnen und Forscher in Österreich. Ich bedanke mich in Namen der ÖGMBT ganz besonders bei unserem langjährigen Unterstützer BMAW sowie THP Medical Products und Polymun Scientific, die diese Auszeichnungen ermöglichen.“

FOTO: ÖGMBT

Ausgezeichnet: Chiara Herzog, Cathrine Hellerschmied, Michael Baumschabl, Francis Belén Pacheco Fiallos und Elma Dervic.

Special thanks to the sponsor who make these prizes possible!

BMAW Logo

 

 

The FEMSmicro Monthly: August

Thursday, 29 August 2024 09:52

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Azenta

Monday, 12 August 2024 11:03

Azenta

Studium absolviert, was nun?

Thursday, 08 August 2024 08:43

Die Life Sciences Career Fair hat sich als führende österreichische Karriereplattform der Branche etabliert. Mit dem, was sie dabei kennenlernten, zeigten sich die Teilnehmer zufrieden.

2022 war es noch ein zarter Versuch: Am Vortag der ÖGMBT-Jahrestagung im neueröffneten Biologiezentrum der Universität Wien startete damals der Pilot einer eigenen Karrieremesse für die Life-Sciences-Branche. Vergangenes Jahr emanzipierte sich die „Life Sciences Career Fair“ (LSCF) bereits als eigene Veranstaltung, die Arbeitgeber mit jungen Talenten zusammenbrachte. Heuer ging das Format nun endgültig in Serie – und konnte den Erfolg der letzten Ausgabe wiederholen: 22 Aussteller waren mit eigenem Auftritt vertreten, 540 Teilnehmer informierten sich über Jobangebote, die meisten von ihnen in der Endphase eines Master- oder Doktoratsstudiums. Innerhalb Österreichs lag der Schwerpunkt verständlicherweise auf dem Raum Wien. Beachtlich ist, dass 9 Prozent eigens aus Nachbarländern zur LSCF angereist sind.Die Teilnehmer bekamen denn auch einiges geboten: Neben dem persönlichen Austausch mit potenziellen Arbeitgebern und Anbietern von Weiterbildungsangeboten an den Ausstellungsständen gab es Workshops zu Prioritätensetzungen bei Karriereentscheidungen (Claudia Weber, psychosoziale Beraterin; Petra Buchinger, Coach und Organisationsentwicklerin), zur Positionierung des eigenen Profils auf Linkedin (Talentor Austria) sowie zum Verfassen von CVs und Bewerbungsschreiben (Life Science Karriere Services). Para-minder Dhillon von der Fachzeitschrift PLOS One stellte vor, wie eine Karriere im Scientific Publishing aussehen könnte, Boehringer Ingelheim zeigte in einer ausführlichen „Employer Presentation“ die Karriere-Möglichkeiten am Standort Wien auf. Die Aussteller erhielten auch die Gelegenheit, sich gleich nach der Eröffnung der Veranstaltung in zweiminütigen Kurzpräsentationen darzustellen – und viele nahmen das gerne an: Vom Startup bis zum Großkonzern, vom Doktoratskolleg bis zum Planungsbüro.

 

Karrieremöglichkeiten, an die man vorher gar nicht gedacht hat

Erneut war die FH Campus Wien an ihrem Standort in Wien 10 Gastgeber der Veranstaltung. Evelin Süss-Stepancik (Vizerektorin für akademische und internationale Angelegenheiten) und Bea Kuen-Krismer (Leiterin des Departments Applied Life Sciences), begrüßten die Anwesenden und stellten die mit den technischen Fortschritten der vergangenen Jahrzehnte schritthaltenden Ausbildungswege (man denke etwa an die biotechnologische Prozessentwicklung) dem Bedarf an Fachkräften aus diesem Bereich gegenüber. „Die Life Science Career Fair ist eine gute Gelegenheit zum Netzwerken“, motivierte Kuen-Krismer Teilnehmer und Aussteller. Ulrike Unterer, Leiterin der Abteilung für Schlüsseltechnologien im Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW), das die Karriereplattform von Anfang an unterstützte, hatte ihren Mitarbeiter Hermann Heinrich mitgebracht, der anhand aktueller Zahlen die Dynamik des österreichischen Life-Sciences-Sektors vor Augen führte. Das Ministerium hat bei der Förderung des Austauschs zwischen Wissenschaft und Wirtschaft eine klare Zielrichtung: „Uns ist es wichtig, dass Sie hier in Österreich einen Job finden“, so Heinrich. ÖGMBT-Präsidentin Viktoria Weber fand in ihren Ausführungen vor allem Worte des Dankes: Für die FH als Gastgeberin, das BMAW als Unterstützer, das ACIB als Partner – und das ÖGMBT-eigene Office, das mit viel Engagement ein solches Event auf die Beine gestellt hat.  Eine eindrucksvolle Bilanz ergab eine von ÖGMBT-Geschäftsführerin Alexandra Khassidov durchgeführte Online-Umfrage im Nachgang der Veranstaltung: Rund 70 Prozent der Teilnehmer haben angegeben, dass sie bei der LSCF den Arbeitgeber gefunden hätten, für den Sie gerne arbeiten würden. Und ca. 45 Prozent haben für sich Karriere-Optionen entdeckt, an die sie vorher nicht gedacht hatten.

Published in Chemiereport 04/2024

The FEMSmicro Monthly: June

Friday, 05 July 2024 09:04

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Monday, 01 July 2024 12:50

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